Aachener Modell Abschlussbericht 2006/2007
· Power-Point-Präsentation
 

Links zum Thema
  » offizielle Seite des Aachener Modells
  » Internetportal der Karg-Stiftung
 

Das "Aachener Modell" zur frühen Förderung hoch begabter und besonders begabter Kinder

 

Ein Kooperationsprojekt von:
Stadt und Kreis Aachen - Bürgerstiftung für die Region Aachen - Bertelsmann Stiftung

Aachener Modell : Zielsetzung

Das Aachener Modell leistet einen Beitrag zur Förderung von hoch begabten und besonders 
Begabten Kindern in unserem Land

Die didaktisch-methodische Gestaltung des Pilotprojektes wird als innovativer Faktor für die
Begabtenförderung in der Grundschule wirken. Der Transfer der Ergebnisse leistet einen Beitrag für die Qualitätsentwicklung des Unterrichts in allen Grundschulen, gemessen an dem Anspruch, jeden Schüler entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten zu fördern und zu fordern.

Die besonderen Kennzeichen des Aachener Modells sind:

· Frühe Förderung in Verbindung mit dem Landesprogramm "Bildung und Erziehung stärken" (Erfolgreich starten).
· Regionale Schwerpunkte im naturwissenschaftlichen und mathematischen Sektor durch die Nähe zu den Hochschulen vor Ort.
· Kooperationsstruktur mit den Schulämtern von Stadt und Kreis Aachen, Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen und der Bertelsmann Stiftung zur operativen und finanziellen Förderung des Projekts.

Aachener Modell: Projektschulen

Die Bildung regionaler Netzwerke ist ein wichtiger Baustein in der Aufbauphase der schulischen Begabtenförderung.

In der Region Aachen bilden sechs Projektschulen , je drei aus Stadt und Kreis Aachen, dieses Netzwerk. Sie entwickeln jeweils ein eigenes Konzept für die Begabtenförderung an ihrer Schule und verankern es im Schulprogramm. Sie lernen voneinander, unterstützen sich gegenseitig und stimmen ihre Angebote aufeinander ab.

Diese Schulen sind in der Stadt Aachen:
· GGS Am Höfling
· KGS Kornelimünster
· Montessorischule Reumontstraße
Im Kreis Aachen:
· GGS Herzogenrath-Pannesheide
· GGS Eschweiler-Stadtmitte
· GGS Würselen-Morsbach

Sie bilden vor Ort ein Subnetz, das dem "Netzwerk Innovativer Schulen in Deutschland" bei der Bertelsmann Stiftung angehört.

Die Projektziele werden in Abstimmung mit den beteiligten Schulträgern und der Schulaufsicht festgelegt. Sie umfassen insbesondere auch Verabredungen zu Diagnose, Feststellung und Förderung von hoch begabten Schülerinnen und Schülern.

Aachener Modell: Wissenschaftliche Begleitung

Die Ergebnisse und Wirkungen der im Laufe des Projektes ergriffenen Maßnahmen sollen durch geeignete Evaluationsmaßnahmen überprüft werden, die das Projekt mit einer kritischen Außensicht durchleuchten.

Die wissenschaftliche Begleitung des Schulversuches sollte eine längsschnittige Beobachtung der geförderten Kinder über ihre gesamte Grundschulzeit vorsehen (z.B. Untersuchung hinsichtlich der Motivation und Schulleistung), Sie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Lehrerbildungszentrum der RWTH Aachen.

Aachener Modell: Projektbeschreibung:

Vor Schuleintritt

Altersgleiche Kinder unterscheiden sich in ihrem Entwicklungsstand. Viele Hochbegabte sind nicht nur intellektuell, sondern auch körperlich, emotional und sozial bereits frühzeitig schulfähig. Die Erfahrung zeigt, dass eine vorzeitige Einschulung dazu führen kann, diesen Kindern einen Leidensweg aus Unterforderung und Unverständnis zu ersparen.

Die Projektschulen arbeiten deshalb eng mit den umliegenden Kindergärten zusammen und führen gemeinsam mit ihnen Elternberatung durch.

In Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Dienst geht es auch darum, Erzieherinnen und Erzieher zu sensibilisieren, damit sie hoch begabte Kinder besser erkennen können. Die Förderung dieser Kinder bereits im Kindergarten sowie die Planung für eine vorzeitige Einschulung gemeinsam mit Eltern und der aufnehmenden Schule sind ein wichtiges Anliegen. Im Zusammenspiel der beratenden Stellen mit Kindergärten und Schule können die erforderlichen Kenntnisse weitergegeben werden.

Zur Feststellung der Schulreife hoch begabter Kinder ist auch die Kooperation mit dem Schulärztlichen Dienst geboten.

Förderung in der Schule

Akzeleration: Zum beschleunigten Lernen gehört außer der vorzeitigen Einschulung da Überspringen von Klassen. Für ein unterfordertes Grundschulkind bringt die Voraussetzung in den ersten beiden Schuljahren die wirkungsvollste Entlastung.

Dazu öffnen sich die Projektschulen der im Landesprogramm vorgesehenen Einrichtung einer "flexiblen Eingangsstufe". Die besonders begabten und besonders motivierten Kinder können
Diese Stufe in nur einem Jahr durchlaufen, das ist eine Verkürzung der Grundschulzeit auf drei Jahre, ohne die immer wieder von Eltern und auch Pädagogen befürchteten Nachteile beim Überspringen einer Klasse.

Enrichement: Eine durch Individualisierung und offene Arbeitsweise gekennzeichnete Unterrichtsorganisation kann alle Kinder, auch die intellektuell Hochbegabten fördern. Hoch begabte Kinder werden daher zunächst durch geeignete Binnendifferenzierungsmaßnahmen innerhalb ihres Klassenverbandes gefördert.

Die Möglichkeiten den normalen Unterricht auszuweiten und zu vertiefen, bilden den Hauptteil der besonderen Förderung für begabte Kinder. Sie finden im Wesentlichen innerhalb des Klassenverbandes statt, können aber auch in zusätzlichen Projekten, Kursen und Arbeitsgemeinschaften außerhalb der Stundentafel angeboten werden.

Unabhängig von der Organisationsform ist wichtig, dass das Lernen anspruchsvoll ist, dass analysierendes und reflektierendes, flexibles und kreatives, straaaategisches und bewertendes Denken gefördert wird.

Förderung außerhalb der Schule

Eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Förderung besonders begabter Schüler ergibt sich durch die Zusammenarbeit der Schulen mit außerschulischen Einrichtungen und Institutionen, insbesondere Kunst- und Musikschulen, Museen und Theatern, Sport- und anderen Vereinen.

Einen regionalen Schwerpunkt setzen die Projektschulen durch die Kooperation mit den hiesigen Hochschulen, vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Die RWTH ist bereit in Kooperation mit den Fachbereichen Mathematik, Physik und Chemie für die besonders begabten Grundschüler/innen ein Lernangebot zu entwickeln.

Die darüber hinaus gehenden Möglichkeiten der Förderung außerhalb der Schule sind sehr vielfältig und werden von den Schulen flexibel wahrgenommen. Dazu gehört auch die

· Teilnahme der Schüler an Wettbewerben und Olympiaden
· Teilnahme an schulübergreifenden Begabten AGs sowie
· Wahrnehmung von Angeboten privater Initiativen

Aachener Modell: Verantwortliche und Kooperationspartner

Die zentrale Verantwortung für das Gesamtprojekt liegt bei der Schulaufsicht von Stadt und Kreis Aachen. Das Projektmanagement wird im Rahmen der vorgegebenen Ziele gemeinsam von einer Projektgruppe wahrgenommen, der Vertreter aus Schulaufsicht, Schulverwaltung, Schulpsychologischem Dienst, Elementarbereich und Projektschulen aus Stadt und Kreis Aachen angehören.

Durch das Projektmanagement wird während der gesamten Projektlaufzeit ein regelmäßiger Transfer zu den anderen Schulen in Stadt und Kreis Aachen, den nicht beteiligten Schulträgern sowie zu den Einrichtungen der Lehrerfortbildung gewährleistet. Die anderen Schulen und Schulträger sollen Gelegenheit erhalten mit Unterstützung des Projektsmanagements und der Projektschulen in Qualifikationsmaßnahmen zur Unterrichtsentwicklung und Organisation im Hinblick auf die Förderung besonders begabter und hoch begabter Kinder einzusteigen.

Ziel dieses Know-how-Transfers ist es, dass immer mehr Grundschulen in Stadt und Kreis Aachen in der Lage sein werden ihre hoch begabten Kinder in ihrer Schule angemessen zu fördern.

Kooperationspartner mit beratender Funktion ist die Bertelmann Stiftung, operativ und finanziell unterstützt die Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen das "Aachener Modell".

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